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26.01.2005

+++Pressemitteilung IVD+++

IVD: Kosten niedrig halten beim Energiepass

Eigenheimförderung und Steuerabzug gleichzeitig möglich - Steuerpflichtige können Einspruch beim Finanzamt einlegen
In einem soeben veröffentlichten Urteil (X R 19/02) hat der Bundesfinanzhof eine Frage zugunsten der Steuerpflichtigen entschieden, die in der Vergangenheit häufig zu Streit zwischen Erwerbern von Baudenkmälern und dem Finanzamt führte. Der BFH entschied, dass der Erwerber einer denkmalgeschützten Immobilie sowohl die Eigenheimzulage als auch die Förderung nach § 10f EStG in Anspruch nehmen kann.
Nach § 10f EStG können bei Selbstnutzung in zehn Jahren 90 Prozent der für die Sanierung eines Baudenkmals notwendigen Aufwendungen als Sonderausgaben abgezogen werden (bis zum 31.12.2003 waren es sogar 100%). Zwar sei eine "mehrfache Begünstigung derselben Aufwendungen" ausgeschlossen, so der BFH, aber: "Der Steuerpflichtige kann auch durch entsprechende Zuordnung der Aufwendungen zu den beiden Fördermöglichkeiten eine optimale steuerliche Förderung erreichen." Das heißt: Für die Kosten des Erwerbs des Altbaus kann der Erwerber Eigenheimzulage beantragen und zusätzlich für die Kosten der Sanierung des Altbaus die steuerliche Förderung nach § 10f EStG.

Michael Schick vom VDM empfiehlt: "Erwerber von Baudenkmälern, denen in der Vergangenheit vom Finanzamt die doppelte Inanspruchnahme von Eigenheimzulage und Sonderausgabenabzug nach § 10f EStG versagt wurde, sollten unter Berufung auf das BFH-Urteil Einspruch beim Finanzamt dagegen einlegen, sofern der Steuerbescheid noch offen ist."

Selbst wenn die alten Steuerbescheide, in denen die Doppelförderung versagt wurde, bestandskräftig sein sollten, kann der Erwerber einer Denkmalimmobilie für den Rest des 10-Jahres-Zeitraums auch jetzt noch die Förderung nach § 10f EStG beantragen.


Diese und weitere Pressemitteilungen finden Sie im Internet unter www.vdm.de (Infopool / Presse).

Ausstellung des Energiepasses darf nicht zur Kostenfalle werden / Berücksichtigung des Nutzerverhaltens beim Energieverbrauch / Mietrechtliche Probleme müssen ausgeschlossen werden



Der Immobilienverband Deutschland (IVD) warnt davor, dass die Einführung des Energiepasses im Januar 2006 zu einer Kostenfalle für Hausbesitzer wird. Die Bundesregierung ist aufgefordert, beim Energiepass mit Augenmaß zu handeln. "Auf keinen Fall darf der Energiepass zu einer weiteren drastischen Belastung für Hausbesitzer werden", so Johannes-Peter Henningsen, Präsident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD).



Erneuerung des Ausweises darf nicht zur Kostenfalle werden



Grundsätzlich ist die Einführung eines Energiepasses zu begrüßen. Durch die Einführung eines bundeseinheitlichen Passes kann mehr Transparenz beim Energieverbrauch von Häusern und Wohnungen erzielt werden. Insbesondere bei der anfallenden Erneuerung des Energiepasses sollte sich die Bundesregierung an der EU-Richtlinie orientieren. Aus der Richtlinie folgt, dass der Energiepass nicht älter als 10 Jahre sein sollte. "Die Kosten, die für die Ausstellung des Energiepasses anfallen, kommen nicht der energetischen Sanierung des Gebäudes zu gute. Daher muss vermieden werden, dass die Neuerstellung des Ausweises zu oft geschieht. "10 Jahre sind eigentlich nicht das das richtige Maß, weil der Lebenszyklus von Fassade, Dach oder Fenster deutlich darüber liegt. Keinesfalls darf der Rahmen aus der EU-Vorgabe von 10 Jahren unterschritten werden", erklärt Henningsen.



Nutzerverhalten hat erheblichen Einfluss auf Energieverbrauch



"Hinsichtlich der Berechnungsmethoden sollte sich die Bundesregierung nicht allein auf eine Methode wie beispielsweise den Bedarfswerten für den Energieverbrauch konzentrieren", so Henningsen. Es muss grundsätzlich auch der Verbrauch berücksichtigt werden. Dies ist vor allem deshalb sinnvoll, da der tatsächliche Verbrauch zu einem nicht unerheblichen Teil auf das Verhalten der Bewohner zurückzuführen ist. "Nutzer einer Immobilie dürfen mit dem Energiepass nicht allein gelassen werden. Er muss im Rahmen der Übergabe des Energiepasses auch Hinweise erhalten, wie er dazu beitragen kann, dass weniger Energie verbraucht wird", so Henningsen. "Es kann nicht im Sinne des Umweltschutzes sein, wenn das Gebäude nach neuesten energietechnischen Standards ausgerüstet ist und die erzielte Energieeinsparung durch falsches Nutzerverhalten jedoch verspielt wird."



Mietrechtliche Probleme drohen



Von großer Bedeutung ist die Gefahr mietrechtlicher Folgeprobleme. Laut EU-Richtlinie Artikel 7 Abs. 2 dienen die Energieausweise lediglich der Information. Rechtswirkungen bestimmen sich nach den einzelstaatlichen Vorschriften. "Es darf nicht passieren, dass Mieter automatisch die Miete mindern können, wenn mehr Energie in Haus oder Wohnung verbraucht wird, als im Energieausweis angegeben. Jahrelange juristische Streitigkeiten müssen grundsätzlich ausgeschlossen werden", so Henningsen. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist das Nutzerverhalten sehr wichtig. Ein höherer Energieverbrauch als ausgewiesen, kann auch auf falsches Nutzerverhalten zurückzuführen sein. Deshalb ist die Kombination von Bedarfs- und Verbrauchswerten im Energiepass eine sinnvolle Lösung, die Umweltschutz und Transparenz beim Energieverbrauch von Immobilien in Einklang bringt.

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