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13.06.2008

+++Trend zurück in die Stadt - Immobilien im Umland wesentlich billiger+++

WIESBADEN / MAINZ. Der Trend zurück in die Stadt macht sich offenbar zunehmend auch bei den Preisen für Wohnimmobilien bemerkbar. Laut dem aktuellen Preisspiegel der Hildebrand Immobilien GmbH, der auch eine langfristige Entwicklung aufgreift, nimmt Wiesbaden bei den Einfamilienhäusern und Villen weiter eine Sonderstellung ein und muss bundesweit zu den "teuersten Pflastern" gerechnet werden.

Eine Villa etwa im Stadtteil Sonnenberg und im Nerotal sei nicht unter einer Million Euro zu bekommen, im oberen Segment reichten die Preise bis zu fünf Millionen. Der langfristige Preisspiegel der professionellen Markbeobachter weist sowohl in Wiesbaden als auch in Mainz beträchtliche Erhöhungen aus. In den Wiesbadener Villenlagen sind die Immobilienpreise seit 1985 um 125 Prozent gestiegen, in Mainz, wo die Makler-Gesellschaft die Entwicklungen erst seit 1989 kontinuierlich verfolgt, kosten freistehende Einfamilienhäuser heute gut doppelt so viel wie damals. Bei Eigentumswohnungen ist das in den neunziger Jahren registrierte Rekordpreisniveau in Wiesbaden nach Angaben des Unternehmens zwar noch nicht wieder erreicht. Der Abwärtstrend sei aber gestoppt und der Markt für Steigerungsraten aller Voraussicht nach wieder offen. Kleinere Wohnungen allerdings, obgleich als Kapitalanlagen gut vermietbar, ließen sich immer schwerer verkaufen.
Auch in Mainz seien vor allem größere Wohnungen mit mindestens drei Zimmern gefragt; außerdem Reihen- und Doppelhäuser zu marktgerechten Preisen (durch-schnittlich 230 000 Euro). Freistehende Häuser bis zum Preis von etwa einer halben Million Euro seien in Mainz in guten Lagen rar und ließen sich deshalb zügig verkaufen. Die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern ist nach Angaben des Unternehmens in beiden Städten wieder stärker geworden, die Kosten dafür lägen aber in Mainz um eine bis zwei Jahresmieten unter denen in Wiesbaden - trotz durchaus vergleichbaren Mietniveaus. Im Umland der beiden Landeshauptstädte dagegen wirk sich der Trend in die Stadt offenbar preissenkend aus. Dort mussten Immobilien-Verkäufer dem Marktbericht zufolge seit vier bis fünf Jahren schon größere Einbußen hinnehmen. Und die gegenläufige Entwicklung, dass Immobilien in der Stadt teuerer und auf dem Land billiger würden, werde sich wahrscheinlich fortsetzen. Im vorigen Jahr haben in Wiesbaden 2481 Wohnimmobilien den Eigentümer gewechselt, verglichen mit dem Jahr 2006 bedeutet das eine Steigerung von mehr als sechs Prozent. Kritisch bewertet das Unternehmen insbesondere das Angebot an Neubauflächen in Wiesbaden: In der Stadt seien diese äußerst rar und blieben privaten Bauherren weitgehend verschlossen. Die Politik müsse "endlich auch für den Individualbau ein angemessenes Angebot" schaffen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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